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Chronik des Wasserzweckverbandes Naab-Donau-Regen

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Gruppe Naab-Donau-Regen wurde als Zweckverband offiziell als „Zweckverband der Wolfsegg-Heitzenhofener Wasserversorgungsgruppe“ mit Ministerialentschließung Nr. 4685 a 8 vom 01. Juni 1928 als solches anerkannt. Gründungmitglieder des Zweckverbandes bildeten die Gemeinden Wolsegg, Heitzenhofen als Vollmitglied und die Gemeinde Krachenhausen als Teilmitglied. Die erste konstituierende Sitzung des neugegründeten Zweckverbandes fand am 02. Oktober 1929 in Wall bei Wolfsegg statt. In dieser Sitzung hat man die Gemeinden Pettendorf und Pielenhofen mit in den Zweckverband integriert.

1928/29 liegt relativ weit zurück. Für viele von uns ist dies eine Zeit, die wir nur vom „Hörensagen“ unserer Groß- und Urgroßeltern her oder aus den Geschichtsbüchern kennen. Doch mit der Gründung dieses Zweckverbandes begann ein neuer Zeitabschnitt. Das Wasser wurde fortan durch ein stetig wachsendes Leitungsnetz direkt ins Haus geliefert und hat seitdem für die Menschen einen alltäglichen Stellenwert erhalten, den es in früheren Jahren so nicht hatte.

Ein Bericht des Zweckverbandes an die Bezirksleitung Regensburg aus dem Jahre 1935 mag die damals vorliegenden Verhältnisse in der Wasserversorgung kurz vor und nach der Gründung treffend vor Augen führen:

„Jahrzehntelang klagten die Menschen der Gemeinden Wolfsegg, Krachenhausen, Heitzenhofen, Pielenhofen, Pettendorf und Hainsacker über Wassermangel. Zur Sorge um das tägliche Brot kam die Not des Wassermangels. In Dachrinnen und Zisternen wurde das köstliche Nass aufgefangen und teilweise aus offenen Wasser- und Jauchelöchern entnommen. Stundenweit fuhren die Bauern über holprige Wege mit ihren Fuhrwerken, um Wasser für Mensch und Vieh herbeizuschaffen.

Aus dieser Not heraus gründeten die Gemeinden einen Zweckverband. Anfänglich sah es so aus, als sollte das Gründungswerk, nach unzähligen Gesuchen und Bitten an das Ministerium, wegen Geldmangel zum Scheitern verurteilt sein. Als aus dem Fonds für Feuerlöschwesen 200.000 RM kamen und für Arbeitsbeschaffung ein Darlehen von 450.000 RM zu niedrigem Zinsfuss zur Verfügung gestellt wurde, ging es hurtig ans Werk. Das Pumpwerk Heitzenhofen entstand. Um das nötige Trinkwasser aus dem 26 m tiefen Bohrbrunnen in die 66 km langen Rohrleitungen und 5 Hochbehälter einzuleiten, wurden 2 dreikurbelige Pumpen eingebaut. Diese wurden durch einen Dieselmotor und durch einen Drehstrommotor angetrieben. 38 Ortschaften, Weiler und Einöden wurden mit gutem Trink- und Nutzwasser versorgt. Als das erste selbstverdiente Geld (Anmerkung: dieser Baumaßnahme) klingend auf dem Tisch des Arbeiters ausgeschüttet wurde, da zog wieder neue Hoffnung, neuer Wille und neuer Glaube auf in diese dumpfigen lichtarmen Wohnstätten, in denen so lange das Elend gehaust, der Hunger aus allen Winkeln geklotzt hatte. Auch die Firmen fanden Verdienst und in den Rohrwerken Röhling-Saar, in der Halberger- und Luitpoldhütte glühte und rasselte das Feuer der Hochöfen. Während des Baues schlossen sich noch die Gemeinden Hainsacker, Bubach a. F., Oppersdorf und einige Ortschaften der Gemeinde Kareth der Wasserversorgung an. Dank der Bewilligung eines Darlehens aus Mitteln des Sofortprogramms in Höhe von 195.000 RM und Dank der Bewilligung des Bayer. Staatsministeriums für einen Zuschuss in Höhe von 70.000 RM konnte die Wasserversorgung auf weitere 30 Ortschaften und Weiler ausgedehnt werden. 32 km Rohrstrang mussten verlegt werden. 400 Erwerbslose konnten auf die Dauer von einem Jahr Beschäftigung finden. Es fielen an der Baustelle 66.500 und bei der Lieferindustrie 28.200 Tagschichten an.

Die Wasserleitung hat den mageren Boden in jenem jahrelang vergessenen Winkel der bayerischen Ostmark wieder fruchtbar gemacht. Sie hat den Menschen wieder neue Lebenskraft und neuen Lebenswillen gegeben.

Nun ist das Gründerwerk vollendet. Es lobt Meister und Gesellen. Der Zweckverband ist stolz auf das Geschaffene und möchte nochmals Herrn Innenminister Wagner, Herrn Präsident des Landesamtes für Wasserversorgung Herrn Holler, Herrn Regierungsbaurat Bauer und Herrn Regierungsrat Dr. Döring für die gütige und tatkräftige Unterstützung den tiefsten Dank aussprechen.“ 


Alois Bach, 1. Vorsitzender
Hans Raab, Schriftführer

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